470er-JWM/JEM: Arne mittendrin

Im Juli sind Johanna Kugel und ich bei zwei internationalen Regatten im 470er gestartet: die Junioren-Weltmeisterschaft in Gdynia (Polen) und die Junioren-Europameisterschaft in Nida (Litauen). Das Besondere daran: Wir sind beide erst kurz vor diesen beiden Regatten überhaupt in die 470er-Klasse umgestiegen. Ein neues Boot, eine neue Rolle im Boot, eine neue Partnerin am Steuer und dann direkt zwei Meisterschaften auf internationalem Niveau. Zeit, sich in Ruhe einzusegeln, gab es nicht. Wir sind praktisch mit dem ersten Startschuss ins kalte Wasser gesprungen.

Junioren-Weltmeisterschaft in Gdynia, 11. bis 17. Juli

Den Auftakt bildete die WM in Polen. Die Regatta war Teil der Gdynia Sailing Days und brachte 55 Teams aus 18 Nationen an den Start.

Die Bedingungen zu Beginn waren hervorragend. Am zweiten Tag standen zwei Wettfahrten bei Sonnenschein und konstanten zehn bis zwölf Knoten an, an deren Ende die Einteilung in Gold- und Silberfleet feststand. Für uns hieß das: sofort liefern, ohne eingespielte Routine.

Nach Tag zwei standen wir auf Platz 30 und damit denkbar knapp auf der falschen Seite des Cuts. Zwei Punkte und drei Plätze haben uns am Ende zum Goldfleet gefehlt. Das war in dem Moment bitter, zeigt aber auch, wie dicht das Feld bei einander lag und dass wir von Anfang an mithalten konnten.

In der zweiten Wochenhälfte wechselte das Wetter, der Zeitplan verschob sich mehrfach, und es wurden sehr lange Tage auf dem Wasser. Wartezeiten, Abbrüche, neue Startversuche, das zehrt an der Konzentration. Am Ende belegten wir Platz 43.

Junioren-Europameisterschaft in Nida, 20. bis 27. Juli

Drei Tage später ging es direkt weiter nach Litauen. Nida empfing uns mit deutlich mehr Druck als Gdynia. Am vorletzten Tag standen zwei Wettfahrten bei 13 bis 16 Knoten und stark drehenden Bedingungen an.

Der Abschlusstag brachte dann starken Regen bei zehn bis zwölf Knoten und einen ordentlich nassen Schlusspunkt. In der Gesamtwertung sind wir erneut im Mittelfeld gelandet, in der U19-Wertung haben wir den 4. Platz erreicht.

Für unsere zweite gemeinsame Regatta ein Ergebnis, über das wir uns gefreut haben.

Was bleibt

Johanna und ich segeln inzwischen nicht mehr zusammen, so war es von vornherein gedacht. Wir mussten uns in kürzester Zeit auf ein neues Boot und aufeinander einstellen, ohne die Sicherheit einer eingespielten Crew, und haben dabei mehr über Bootshandling, Taktik und Kommunikation gelernt.

Diese Erfahrung nehme ich mit und freue mich jetzt auf die Zukunft mit meiner neuen, langfristigen Segelpartnerin Edda Sperling.

Danke an Johanna für drei intensive Wochen und danke an den RSC 92 für die Unterstützung.

Mit sportlichen Grüßen,
Arne