Sommertrainingslager 2026: Sonne, Wurstregatta und lange Laufrunden

Höhepunkt wie jedes Jahr das Trainingslager in den Sommerferien!

Sommertrainingslager 2026: Sonne, Wurstregatta und lange Laufrunden
Auf dem Weg zum Mittag

35 Kinder, 10 Trainerinnen und Trainer, vier Bootsklassen, neun Tage und vermutlich zu wenig Hescher bei der Neptuntaufe. Das Sommertrainingslager 2026 in Greifswald hatte einiges zu bieten.

Vom 14. bis 22. August wurde Greifswald zum Trainingsrevier für 35 Seglerinnen und Segler. Mit dabei waren Sportlerinnen und Sportler der Bootsklassen Opti, Cadet, 420er und 29er vom RSC92, WSC, MYCR und Greifswalder Yachtclub.

Nach der Ankunft, dem Aufbau der Zelte und der ersten Orientierung auf dem für viele noch unbekannten Segelrevier war schnell klar: Langweilig würde diese Woche garantiert nicht werden.

Erst laufen, dann frühstücken

Während andere Menschen im Urlaub morgens vielleicht noch einmal die Bettdecke über den Kopf ziehen, begann der Tag im Trainingslager sportlich, und zwar noch vor dem Frühstück. Frühsport stand auf dem Programm und manchmal stellte sich während des Laufens heraus, dass die geplante Runde offenbar etwas länger war als erwartet. Ob das an besonders motivierten Trainerinnen und Trainern, einer kreativen Streckenplanung oder einfach daran lag, dass der Rückweg plötzlich weiter entfernt war als gedacht, konnte nicht abschließend geklärt werden. Fest stand aber, zum Frühstück hatte anschließend niemand mehr keinen Hunger.

Danach ging es weiter mit dem eigentlichen Programm. Eine Trainingseinheit am Vormittag, eine am Nachmittag, dazwischen Essen, Erholen und vermutlich der Versuch, möglichst schnell wieder trockene Sachen zu finden.

Besonders für die Seglerinnen und Segler, die zum ersten Mal in Greifswald unterwegs waren, bedeutete das eine neue Herausforderung: neues Revier, neue Bedingungen und damit auch neue Erfahrungen auf dem Wasser.

Wenn die Wurst zur Regatta gehört

Natürlich bestand das Trainingslager nicht nur aus konzentriertem Starttraining und dem perfekten Kurs. Ein besonderes Highlight war die Wurstregatta.

Ein etwas anderer Kurs

Hier wurde Segeln etwas anders interpretiert als sonst. Kenterstart? Gehört dazu. Auf der Kante segeln? Natürlich. Und warum sollte man ein Boot eigentlich nur mit den Händen steuern, wenn man auch die Füße benutzen kann? Spätestens bei der Wurstregatta wurde klar, Segeln kann man ernst nehmen, man muss es aber nicht immer tun.

Neptun kam. Die Hescher leider nicht alle.

Am Sonntag wurde es dann feierlich oder zumindest so feierlich, wie es eben wird, wenn Neptun persönlich auftaucht. Die Neptuntaufe entwickelte sich schnell zu einem der großen Highlights des Trainingslagers. Es wurde getauft, gelacht und vermutlich versucht, möglichst nicht in die falschen Hände, beziehungsweise Hescher, zu geraten. Für die Planung des nächsten Jahres gibt es allerdings eine wichtige Erkenntnis. Neptun braucht bessere Hescher. Oder mehr. Am besten beides.

Wir möchten an dieser Stelle nicht zu viele Details verraten, schließlich müssen auch für das nächste Trainingslager noch ein paar Geheimnisse übrig bleiben.

Vom Sommertrainingslager zum Überlebenskurs im Zelt

Die ersten Tage machten ihrem Namen als Sommertrainingslager noch alle Ehre. Doch ungefähr zur Mitte der Woche entschied das Wetter offenbar, dass ein bisschen Abwechslung nicht schaden könne. Regen und zeitweise ordentlich Wind sorgten dafür, dass das Leben im Zelt plötzlich deutlich interessanter wurde. Während draußen die Bedingungen rauer wurden, stellte sich vermutlich die wichtigste Frage des Tages: „Ist das noch trocken oder war das gestern schon nass?“

Besonders beim Zelten wurde deutlich, dass ein Trainingslager nicht nur aus Segeln besteht. Man lernt schließlich auch, mit Wind, Regen und der erstaunlichen Fähigkeit von Kleidung umzugehen, einfach nicht wieder trocken werden zu wollen. Zum Glück zeigte sich das Wetter zum Ende der Woche wieder versöhnlicher.

Eine Nachtwanderung und plötzlich fehlen zwei

Auch abseits des Wassers wurde es nicht langweilig. Bei der Nachtwanderung am Strand wurde es plötzlich spannend, Martha und Fenja waren weg. Keine Sorge, die beiden wurden nicht verloren, sondern im Rahmen einer kleinen „Entführung“ kurzerhand von der Gruppe getrennt. Nach einer aufregenden Suche und vermutlich einigen Momenten, in denen die anderen nicht ganz sicher waren, was als Nächstes passieren würde, konnten beide selbstverständlich wohlbehalten wieder in Empfang genommen werden.

Damit war zumindest bewiesen, eine Nachtwanderung kann deutlich mehr sein als nur ein Spaziergang im Dunkeln.

Ein Tischspruch, viele Segler und eine große Trainingslagergemeinschaft

Bei 35 Kindern aus verschiedenen Vereinen und Altersklassen kommt einiges zusammen. Unterschiedliche Bootsklassen, unterschiedliche Erfahrungen und vermutlich auch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie schnell man morgens eigentlich wach werden sollte.

Doch eine Sache verband irgendwann alle miteinander, der Tischspruch. Was vielleicht zunächst wie ein kleines Ritual vor dem Essen wirkte, wurde schnell zu einem festen Bestandteil des Tages. Spätestens am Tisch waren alle wieder zusammen, ob Opti-Segler oder 29er-Crew, ob gerade ein besonders erfolgreicher oder ein besonders nasser Trainingstag hinter ihnen lag.

Zum Schluss wurde es noch einmal ernst, sehr ernst

Zumindest für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Modellbootregatta. Zum Abschluss des Trainingslagers ging es noch einmal auf die Regattabahn, diesmal allerdings mit deutlich kleineren Booten. Aber wer glaubt, dass bei Modellbooten weniger Ehrgeiz aufkommt, hat offensichtlich noch keine Modellbootregatta mit einer Gruppe junger Regattasegler erlebt.

So ging nach neun Tagen ein Trainingslager zu Ende, das alles andere als langweilig war. Es wurde trainiert, gestartet, gekentert, mit den Füßen gesteuert, gelaufen, gezeltet, getauft, gesucht, gefunden und natürlich gesegelt. Es wurde gemeinsam gegessen, gemeinsam gelacht und gemeinsam erlebt, was ein Trainingslager eigentlich ausmacht. Nicht nur besser zu segeln, sondern auch als Gruppe zusammenzuwachsen.

Ein großes Dankeschön geht an unsere Trainerinnen und Trainer, die die neun Tage begleitet, organisiert und überstanden haben, sowie an alle beteiligten Vereine.

Zudem wäre ein so reibungsloser Ablauf ohne die Unterstützung der Dachdeckerei Luks & Voigt nicht möglich gewesen. Das spontane Tanken und Einkaufen wäre ohne den ausgeliehenen Bus nicht möglich gewesen. Danke!

Danke an Luks & Voigt

Und natürlich an die Seglerinnen und Segler, die aus den Tagen in Greifswald ein Trainingslager mit Geschichten gemacht haben, die wahrscheinlich noch länger erzählt werden.

Wir freuen uns schon auf das nächste Sommertrainingslager!

Pia Pedde